Wochenende

Heißgeliebt und ersehnt ... das Wochenende.

Mich bringt es immer etwas aus dem Takt. Eigentlich sollte man gerade jetzt die Zeit nutzen, um Dinge zu tun, die man möchte. Bei mir stellen sich jedoch andere Gedankenspiele ein. Ich sehe all die Aufgaben, die ich in einer voll gepackten Woche nicht geschafft habe und nun erledigen könnte. KÖNNTE. Im Ergebnis mache ich mir aber das Wochenende darüber Gedanken, aber erledigt wird rein gar nichts, oder nur ein Bruchteil. Ich fange an 10 Ecken an und am Ende ist das Chaos größer als vorher.

Ich muss wieder lernen, dass es o.k., wenn ich mir ein paar Stunden nur für mich nehme, aber diese dann auch für mich nutze, anstelle ständig zu zweifeln und diese Freizeit zu hinterfragen. Das Schreiben war für mich immer das Größte und nun plagt mich das schlechte Gewissen, wenn ich die Dinge tue, die ich liebe.

Als ich "Im Regen verbrannt" schrieb war mir nicht bewusst, wie viel mich doch mit Merlin verbindet. Ich habe ihn nie besser verstanden, als heute. Irgendwie eine seltsame Feststellung. Zurzeit lese ich "Im Regen verbrannt" erneut und verbessere Fehler und Wortwiederholungen. Es ist schön meine vertrauten Charaktere, die mich so lange begleitet haben, wieder "um mich" zu haben. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel man über sich selbst erfährt, wenn man mit einigem Abstand, seine eigenen Zeilen liest. Manchmal erschreckend ... oder manchmal einfach zum Schmunzeln.

Der neue Cover-Entwurf ist fertig und einfach nur genial. Ich bin ganz verliebt und bin so dankbar, dass ich auf eine tolle Künstlerin gestoßen bin, die Bücher so sehr liebt, wie ich. Mal sehen, vielleicht schaffe ich es noch vor Weihnachten die zweite Auflage auf den Markt zu bringen. Das wäre toll.
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Leider hatte ich heute Termine und keine Zeit für StartSocial. Ich hoffe sehr, dass Sandra trotzdem voran gekommen ist. Am 01. Dezember muss der Projektplan eingereicht sein und ich wünsche ich ihr so viel Kraft und Glück für dieses tolle Projekt.

Ich sollte das Thema sexueller Missbrauch und Menschenhandel auch irgendwie auf der Autorenseite verarbeiten. Es ist zentraler Bestandteil der Bücher und wird auch in gewissen Maße in PERFIDIE eine Rolle spielen. Geplant ist auch ein Buch über häusliche Gewalt in Verbindung mit Menschenhandel mit dem Titel DIE WUNDERSAME ENTSCHWINDUNG DES PORZELLANS

Wir sollten weiterhin auf die "moderne" Sklaverei aufmerksam machen.

"In einer Zivilisation, die aus ihrem Materialismus keinen Hehl macht und die materiellen Werte höher schätzt als die seelischen, ist es unvermeidlich, dass ein Vergehen gegen Eigentum und Besitz strenger bestraft wird als ein Vergehen gegen den Menschen.‘‘ (Jack London)

Diese Wahrheit ist erschreckend und ich sehe mich in der Verantwortung, zumindest den Mund aufzumachen und solche Themen an die Öffentlichkeit zu bringen. In welcher Form eine Integration auf der Website stattfinden, weiß ich noch nicht, aber mir wird schon etwas einfallen.
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"Im Regen verbrannt" lässt auch mich immer wieder über Sinn und Sinnlosigkeit materieller Dinge nachdenken.

Sätze wie:

"Gegenstände sind verbrannt. Na und? Es ist niemand ernsthaft verletzt worden. Nichts was man nicht mit etwas Geduld, Geld und Leidenschaft ersetzen könnte. Man räumt den Schutt weg und baut alles wieder auf. Wieder und wieder und wieder."

oder

"Es geht nicht um den Wert, den die Sachen uns vorgaukeln zu haben, es geht um den Wert, den wir den Dingen geben. Es spielt keine Rolle, ob das Glas halb leer oder halb voll ist. Wichtig ist, dass man ein Glas hat und das irgendetwas darin ist"

Ich ertappe mich immer wieder, dass ich gerade nicht zufrieden bin, mit dem, was ich habe und dass mich die Dinge, die ich nicht habe, geradezu unglücklich machen. Dann setze ich mich hin, höre "Two Steps from Hell" und bei einem Glas Rotwein denke ich an Liliana und an all die realen Menschen, die mir ihre Geschichte mit mir geteilt haben. Dann danke ich an meine eigenen Dämonen und die Hölle, in die sie mich geschickt haben. Und dann ... fange ich an zu lächeln. Heute geht es mir gut. Ich habe viel mehr, als ich brauche und jammere wirklich auf hohem Niveau. Materielle Dinge werden nie in der Lage sein, ein gefrorenes Herz zu erwärmen, also warum nach ihnen suchen?

Hätte ich die Zeit zum Schreiben genutzt, wäre ich glücklich gewesen, aber ich bin um eine weitere Erkenntnis reicher. Das ist gut so.

Don't complain, fight.

Jammern hat noch nie Berge versetzt.

Ich wünsche Euch einen tollen Sonntag und denkt daran: Macht die Dinge, ich Euch zum Strahlen bringen (aber bitte nicht an Plutonium lecken)

28.11.15 19:52

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