Die Magie der Musik und des geschriebenen Wortes

Kennt Ihr das, wenn ein Musikstück untrennbar mit einer Wandlung verbunden ist?

Es gab viele Momente in meinem Leben, die mit Musik verschmolzen sind und mich immer wieder daran erinnern. Kürzlich hat sich eine extreme Wendung in meinem Leben ergeben und auch dieses Mal stand mir ein ganz gewissen Musikstück zur Seite:

Men of Honor - Two Steps from Hell

Manchmal kommt mir Musik wie ein Weckruf für die inneren Kräfte vor. Diese eigenartige Wärme macht sich dann in einem breit und verschlingt alle Ängste und Zweifel, als wären sie plötzlich vollkommen machtlos. Es gibt nur noch den Moment und diesen schaurig-schönen Schmerz, den nur Musik verursachen kann. Das sind die seltenen Momente, indessen alle Dämonen schweigen und man sich selbst zulächelt.

Jeder einzelne von uns ist so stark, aber wir bemerken diese Stärke gar nicht. Wir sehen nur, wie wir täglich scheitern, aber nicht, welchen Berg wir schon erklommen haben und ... wir sind immer noch hier.

Jedes Mal, wenn ich wieder mit dem Gesicht im Dreck lag und alles in Frage stellte, war es die Musik, die meine Hand vor dem Abgrund ergriff. Leid, Hoffnung, Freude ... immer war es Musik, die irgendwie genau verstanden hatte, wie ich mich gerade fühlte und was ich diesen Momenten brauchte. Manchmal spendete sich Trost, teile meine Verzweiflung oder hat mir einen ordentlichen Tritt versetzt.

Einzelne Textpassagen meiner Bücher wären ohne die entsprechende musikalische Untermalung in dieser Form nicht entstanden. Für diese so bedeutende Unterstützung geht ein Dank an

-Two Steps from Hell- und -David Robidoux-

Viele Songs haben mich tiefgreifend beeinflusst und manchmal hat eine einzige Aussage gereicht, damit ich einen Anstoß für eine Veränderung hatte. Ich bedauere die Menschen sehr, die ihr Herz verschlossen haben und dieses erhabene Gefühl über alles Leid, welches man sich selbst auferlegt hat, nicht fühlen kann. Dieser Moment, indem man körperlich spüren, dass sich eine Tür geöffnet hat und ungeahnte Energie freigesetzt wird. Diejenigen, die meine Liebe zur Musik teilen, werden genau wissen, wovon ich schreibe.

Ja, das Schreiben ... auch ein Befreiungsschlag und ein Traum mit der richtigen Musik. Ich werde oft gefragt, warum ich so wenige lustige Sachen schreibe. Es ist eine gute und berechtigte Frage. Vielleicht, weil die Dunkelheit in mir immer noch federführend ist, aber wenn ich dann darüber nachdenke, ist es nicht das Dunkle, dass sich in meinen Texten widerspiegelt, sondern das Licht, dass durch die Mauern bricht.

Franz Kafka hat in seinen Briefes etwas ganz Wundervolles gesagt:

“Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder vorstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.”

Bis heute sprechen mir diese Worte aus der Seele. Vielleicht ist es einfach mein Blick hinter die Fassaden der Menschen, der es mir unmöglich macht eine witzige und ausschließlich fröhliche Geschichte zu schreiben.

In dem Song "Schlaflied" von Eisblume heißt es:

"Schließ die Augen ... lausch den Lügen...alles was ich dir erzähl... sind Märchen nur vom Glück"

Glücklich? Ja, objektiv betrachtet bin ich gesegnet. Ich bin frei in meinem Willen und meinem Handeln. Aber ich kenne so viele, denen es so viel schlechter geht, als mir heute. Und dieses Wissen kann ich nicht ausblenden und ich halte es für meine Pflicht zumindest über solche Schicksale zu schreiben und das ewige Schweigen um Missbrauch, Unterdrückung und Menschenhandel zu durchbrechen. Meine Bücher sind hart und manchmal ziemlich eisig, aber das ist die Realität auch, aber die Schatten liegen hinter einem, wenn man sich der Sonne zuwendet. Es gibt nicht nur Tod und Verzweiflung in meinen Texten, sondern auch Hoffnung und brennenden Mut, etwas zu verändern.

Ja, vielleicht gelingt mir mit "Nackt mit Hausschuhen" mal eine andere Art von Roman, aber auch hier, wird es sich wohl etwas Gesellschaftskritik nicht leugnen lassen. Wir werden sehen...

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Ich freue mich besonders, über den netten Kontakt mit dem Verein "Gemeinsam gegen Menschenhandel" und über eine eventuelle Partnerschaft. Aus derzeitigem Anlass zum Abschluss den Spot zur neuen Kampagne gegen Menschenhandel:


Gemeinsam gegen Menschenhandel - Kinoclip

10.12.15 18:59

Letzte Einträge: Schweigen trotz großer Worte, Innen & Außen, Find yourself, Da war noch was ... , Verloren in der Selbstverständlichkeit

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